10.11.2018

Bericht von Frank Gögler (Organisator Begegnungskonzert Koblenz, BMU RLP) über den Auftritt unseres Orchesters

Das sinfonische Blasorchester des Privaten St.-Josef-Gymnasiums begeistert das Publikum bei der 1. Landesbegegnung „Schulen musizieren“ in Koblenz

Einen weiten Weg nahm das Blasorchester aus Biesdorf auf sich, um an der 1. Landesbegegnung „Schulen musizieren“ in Koblenz teilnehmen zu können. Unmittelbar nach Schulschluss machten sich die 50 Schülerinnen und Schüler mit ihrem musikalischen Leiter Martin Agricola auf, um pünktlich am frühen Nachmittag die Generalprobe beginnen zu können. Dabei stellte die Größe des Orchesters die Organisatoren im Vorfeld vor einige Herausforderungen, da die Bühne zunächst schlichtweg zu wenig Platz für alle Instrumentalisten mitsamt ihrem aufwändigen Instrumentarium bot. Allen war die Erleichterung anzumerken, dass in der kurzen Anspielprobe Dank der intensiven Planungsvorbereitung alle ihren Platz auf der Bühne der Aula des Gymnasiums “Auf der Karthause“ finden konnten.
Bei der Landesbegegnung „Schulen musizieren“ handelt es sich um Konzerte, in denen sich Musikensembles verschiedener Schulen und Schulformen begegnen. Die mitwirkenden Schülerinnen und Schüler können so die musikalische Arbeit an anderen Schulen kennenlernen, neue Kontakte knüpfen und sich über ihre Erlebnisse rund um die Musik austauschen. „Schulen musizieren“ ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU). Die rheinland-pfälzische Landesbegegnung umfasste neben dem Konzert in Koblenz vier weitere Aufführungen, die in Ludwigshafen (Theodor Heuss-Gymnasium), Kaiserslautern (Hohenstaufen-Gymnasium), Landau (Audimax der Universität) und Mainz (Roter Saal der Hochschule für Musik) stattfanden. Die Veranstaltungsreihe steht unter der Schirmherrschaft der Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.
Das Konzert wurde von einem Grundschulchor eröffnet, der im Rahmen eines Kooperationsprojektes gemeinsam mit einer Bläserklasse ein Arrangement des Kinderliedes „Das singende Känguru“ auf eine sehr herzliche und erfreulich ungezwungene Art und Weise darbot. Im Laufe des Abends traten weitere Ensembles aus dem Koblenzer Umfeld auf, die Dank der unterschiedlichen Besetzungen und der breitgefächerten Programmauswahl einen kurzweiligen Konzertverlauf boten: das sinfonisches Blasorchester der Marion-Dönhoff-Realschule plus Wissen, die Bläserklasse der Hocheifel Realschule plus Adenau, das Saxophonquartett und der Unterstufenchor des Eichendorff-Gymnasiums Koblenz, das Blasorchester der Nelson Mandela Realschule plus Dierdorf und die Trashdrumming-Group der Albert-Schweitzer Realschule plus Koblenz.
Dann war es endlich soweit und die Biesdorfer Jungmusiker konnten zeigen, was sie in ihrer intensiven und langen Vorbereitungsphase gemeinsam zustande gebracht hatten. Sie begannen ihren Auftritt mit einem Medley bekannter Songs von Herbert Grönemeyer, die stilvoll für sinfonische Blasorchester arrangiert wurden. Bereits nach wenigen Takten war den Akteuren auf der Bühne die Aufmerksamkeit des Publikums zu bereits fortgeschrittener Konzertzeit sicher. Das anspruchsvoll gesetzte Medley bedurfte einer feinen Abstimmung innerhalb der einzelnen Register, was den Biesdorfern unter dem präzisen Dirigat ihres Leiters exzellent gelang. Die einzelnen Bläsergruppen fanden in den rhythmisch anspruchsvollen Synkopenphasen mühelos zueinander. Hierfür bereiteten die Schlagzeuger und Perkussionisten ein solides rhythmisches Fundament, ohne sich dabei in den Vordergrund zu spielen. Wenn hingegen – wie bei „Mambo“ – gefordert, wussten sie sich gekonnt in Szene zu setzen und zu brillieren.
Nach dem ersten großen Applaus spielte das Orchester ein Werk des Komponisten Rossano Galante mit dem programmatischen Titel „Mount Everest“. Der Beschreibung des Verlages folgend verlangte auch dieses Werk von den Biesdorfern wiederum einiges ab: „Robuste Bass-Melodien, mitreißende Holzbläser-Passagen und treibende Rhythmen bestimmen diese Komposition über die epische Schönheit und überwältigende Macht des höchsten Berges der Welt“. Dank des ausgewogenen Orchesterklanges gelang es, diesem Anspruch gerecht zu werden. Innerhalb der jeweiligen Register, die sich allesamt im Laufe des Stückes klanglich hervorragend in Szene setzen konnten, zeigte sich wiederum, wie sehr die einzelnen Stimmen und Register untereinander harmonierten. Die zahlenmäßig stark vertretenen Holzbläser wussten mit präzisem Spiel ebenso zu gefallen wie die Blechbläser mit ihrem rundum vollen und sattem Klangbild.

Mit „80er KULT(tour)“ läuteten die Biesdorfer das furiose Finale mit deutschen Hits aus den 80er Jahren ein. Nochmals zeigte das Orchester seine ganze musikalische Bandbreite. Die Spielfreude des Orchesters übertrug sich spontan auf das Publikum, und die Zuhörer sangen die bekannten Ohrwürmer lautstark mit. Der immer souverän agierende Dirigent Martin Agricola forderte dabei ganz locker das Publikum zum Mitsingen auf, ohne das Orchester und die Musik aus den Augen zu verlieren. Bei der anschließenden Zugabe wusste das Orchester nochmals mit einem Heavy-Metal-Medley zu überraschen, welches zugleich den grandiosen Abschluss der 1. Landesbegegnung „Schulen musizieren“ bildete.

Wer das Biesdorfer Orchester an diesem Abend gehört hat, weiß, welches herausragende Schulorchester das St.-Josef-Gymnasium beheimatet. Es gibt in Rheinland-Pfalz wohl kaum vergleichbare Schulorchester, die sich an derart anspruchsvolle Blasmusik erfolgreich heranwagen und in der Lage sind, diese auf einem so hohen musikalischen Niveau umsetzen zu können. Das Publikum war sowohl vom ausgewogenen Orchesterklang als auch vom präzisen Zusammenspiel und der individuellen Klasse der Instrumentalisten nachhaltig beeindruckt.

Bleibt den vielversprechenden Biesdorfern Jungmusikern und ihrem engagierten Leiter zu wünschen, dass sie auch in Zukunft auf diesem Level gemeinsam musizieren können.

Frank Gögler (Organisator Begegnungskonzert Koblenz, BMU RLP)

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