Compassio

Zu unseren vordringlichen Aufgaben als christliche Schule gehört es, unsere Schülerinnen und Schüler für das Leid anderer Menschen zu sensibilisieren. Daher haben wir vor einigen Jahren das verpflichtende Sozialpraktikum „Compassio“ (Mitleiden) eingeführt, bei dem die Jugendlichen im Umgang mit einsamen, älteren Menschen, Behinderten, Kranken und Notleidenden Verständnis für Menschen „am Rand“ unserer Gesellschaft gewinnen sollen.

Sie sollen lernen, dass jedes Leben lebenswert ist, jeder Mensch ein Recht zu leben hat und dass die Gesellschaft niemanden ausschließen darf, sondern Verantwortung übernehmen muss. Gerade in unserer Zeit, in der Leistung und Erfolg in der Gesellschaft als wichtige Werte gelten, ist es uns ein Anliegen, dass unsere Schülerinnen und Schüler auch „Herzensbildung“ erfahren.

Die Erfahrung zeigt, dass dieses Praktikum zum Reifeprozess der Jugendlichen beiträgt, dass vorhandene innere Einstellungen reflektiert und gegebenenfalls korrigiert werden und dass die eigene Lebenssituation neu bewertet und schätzen gelernt wird. Nicht selten werden  sogar einige der Jugendlichen dadurch zu eigenem sozialen Engagement angeregt.

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen den Menschen, mit denen sie im Sozialpraktikum konfrontiert sind, Zeit schenken, die das Pflegepersonal oft nicht mehr aufbringen kann. Sie sollen z.B. vorlesen, spielen, spazieren gehen, erzählen und zuhören. Natürlich sollen sie auch bei der täglichen Pflege zur Hand gehen, können und sollen aber nicht das Personal ersetzen.

Dieses Sozialpraktikum wird im Religionsunterricht vor- und nachbereitet, und während des Praktikums ist jedem Schüler ein betreuender Lehrer zur Seite gestellt, der mit seinem Schützling in Kontakt steht.

In den vorangegangenen Jahren haben die Praktikanten berichtet, dass sie diese Zeit durchweg als eine wichtige Erfahrung für ihr Leben werten. Auch wenn die ersten Tage bisweilen von „Start-schwierigkeiten“ gekennzeichnet sind, so finden in der Regel doch alle gut in ihre Aufgaben hinein und verlassen am Ende ihre Praktikumsstelle nur wehmütig.

 

Christine Conradt und Verena Otten

 

Liste geeigneter Institutionen:

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