Lateinische Spurensuche in Trier

Die Schülerinnen und Schüler des Grund- und Leistungskurses Latein der Stufe 12 des Privaten St.-
Josef-Gymnasiums Biesdorf unternahmen eine beeindruckende Exkursion nach Trier, bei der zwei
besondere Stationen im Mittelpunkt standen: die Schatzkammer der Bibliothek und das Museum am
Dom.
Der erste Halt führte die Lateinschüler zu einigen der wertvollsten lateinischen Handschriften des
Mittelalters. Unter fachkundiger Führung betrachteten die Teilnehmer die überaus kunstvoll
gestalteten Manuskripte, die teils über tausend Jahre alt sind. Die filigranen Buchmalereien, das
sorgfältig bearbeitete Pergament und die kunstvolle Kalligraphie zeugten von der großen Sorgfalt
und dem tiefen Wissen, das in diesen Schriften steckt. Besonders beeindruckend war der Anblick
verschiedener mittelalterlicher Codices, wie etwa dem Codex Egberti, dessen lateinischer Text eine
unmittelbare Verbindung zu den Gelehrten vergangener Jahrhunderte herstellte. Die Begegnung mit
diesen unschätzbaren Dokumenten machte den Schülern die Bedeutung der lateinischen Sprache als
Trägerin von Wissen und Kultur unmittelbar greifbar.
Nach dieser eindrucksvollen Begegnung mit der lateinischen Schrifttradition führte der Weg ins
nahegelegene Museum am Dom. Dort wurde die Gruppe auf sehr kundige und schülergerechte
Weise durch die Ausstellung geführt. Im Mittelpunkt standen die römische Baukunst und
Epigraphik. Besonders auch die konstantinischen Deckenfresken zogen die Aufmerksamkeit auf
sich. Die kunstvoll gestalteten Malereien aus der Zeit Kaiser Konstantins veranschaulichten
eindrucksvoll die Pracht römischer Repräsentationsarchitektur und boten einen lebendigen Einblick
in die Ästhetik und das komplexe Bildprogramm der Spätantike.
Nicht weniger faszinierend war die Sammlung lateinischer Grabinschriften, die auf vielfältige
Weise von den Menschen und ihrem Leben in der römischen Antike erzählten. Gemeinsam
entzifferten die Teilnehmer einige der Inschriften, deren Formulierungen und Gestaltung ein Bild
der damaligen Gesellschaft vermittelten. Die Exkursion verdeutlichte überaus eindrücklich, dass die
lateinische Sprache bis heute eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf die gesamte Kultur und
Wissenschaft des Abendlandes hat.

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