28.11.2022

Unterhaltsamer Spuk am SJG (Rückblick auf gelungenes Theater)

(OtV) Mit „Das Gespenst von Canterville“ brachte die Theater-AG Ludigaudens die an Oscar Wildes berühmte Erzählung angelehnte Komödie des SJG-Lehrers Tobias Hewer auf die Bühne.

Nicht nur der Charakter des Stückes, sondern auch die wohldurchdachte Besetzung der Personen sorgten für unvergessliche Aufführungen in der Kleinen Halle der Schule.

Das Gespenst, überzeugend gespielt von Jacqueline Bourgois, muss auch in Hewers Umdichtung erkennen, dass sein Spuk für moderne Menschen den Schrecken verloren hat. Im Gegenzug wird es vom lausbübischen Zwillingspaar Epimetheus und Prometheus (auf den Leib geschrieben für Jakob Hummel und Laurenz Otten) mit amüsanten Streichen nach Art von Max und Moritz traktiert.

Virginia, charmant und einfühlsam von Fiona Sonnen verkörpert, nimmt sich seiner an und kann die erlösende Versöhnung des Gespenstes mit seiner zunächst unerkannten Ehefrau Elenor erreichen, die als Wahrsagerin in einem Zirkus auftritt (großartig: Yoana Parlapanova).

Bestens besetzt waren auch die Rollen der von Szene zu Szene zusehends genervteren Haushälterin mit Amelie Sonnack und der lebendigen Gemälde, die häufig das Geschehen kommentieren, mit Josefine Weil und Max Hau.

Es waren rundum sehenswerte Aufführungen, die unter der umsichtigen Regie von Stephanie Jost (und Assistenz von Tobias Hewer) entstanden sind und nicht zuletzt dank Requisiten (eigens angefertigtes Gemälde von Lén Herrmann) Bühnenbild (Annelena Stiegler), Kostümen (Maria Grün) und Maske (Helena Otten) das begeisterte Publikum überzeugten.

Es bleibt nur zu hoffen, dass in Zukunft wieder ohne Pandemie in jedem Jahr solch hochwertige Aufführungen gezeigt werden können.

 

 

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